Junge Entdecker erproben physikalische Kräfte am Städtischen Gymnasium Rheinbach
Papierstatik und Magnetzauber
Leuchtende Augen und konzentriertes Tuscheln: Die Chemie- und Physikräume des Städtischen Gymnasiums Rheinbach verwandelten sich am zdi-Tag in ein lebendiges Forschungslabor. Unter dem Leitmotiv „Kräfte – was die Welt zusammenhält“ tauchten über 50 begeisterte SchülerInnen der Grundschule Merzbach und der Grundschule Sürster Weg in die faszinierende Welt der Naturwissenschaften ein und zeigten eindrucksvoll, dass der Forscherdrang an der als MINT-Exzellenz-Center ausgezeichneten Schule keine Grenzen kennt.
Im Chemieraum stand eine knifflige Aufgabe an: Aus nur fünf Blatt Papier und zehn Zentimetern Klebeband sollten die jungen Kinder eine tragfähige Brücke bauen. Unterstützt von Physiklehrerin Dr. Maika Königs und Neuntklässlern tüftelten sie hochmotiviert daran, durch Falten, Rollen und Knicken das Papier in stabile Konstruktionen zu verwandeln, und entdeckten, wie entscheidend die gewählte Form die wirkenden Kräfte verändern kann.
Dann stieg die Spannung: Die Papierbrücken wurden einer harten Bewährungsprobe unterzogen und dafür über einer Lücke platziert und nach und nach mit Gewichten belastet. Die Kinder jubelten, als die stabilste Konstruktion beeindruckende 800 Gramm trug.
Auch im benachbarten Physikraum erkundeten die Kinder den Magnetismus. An vier Stationen beobachteten sie erstaunliche Phänomene: Gebannt verfolgten sie, wie feines Eisenpulver durch ein Reagenzglas wanderte, als Robin einen Magneten außen an der Glaswand entlangführte – ganz ohne Berührung. Auch die Kreativität der kleinen Forscher erwachte auf ganz unterschiedliche Weise. Während kleine Automobilfans magnetische Elemente nutzten, um originelle Karosserien auf fahrbaren Chassis aufzubauen, erschufen andere kreative Geister aus farbenfroh bemalten Magneten immer neue, fantasievolle Landschaften. Ganz nebenbei und durch das eigene Experimentieren lernten die Schüler eine der wichtigsten Grundregeln des Magnetismus: Ungleichnamige Pole ziehen sich an, während gleichnamige Pole sich gegenseitig abstoßen.
Die kindliche Neugier an den naturwissenschaftlichen Experimenten hat an diesem Vormittag einmal mehr verdeutlicht, wie fruchtbar es ist, die Begeisterung für naturwissenschaftliche Schwerpunkte frühzeitig zu wecken, ein besonderes Anliegen des MINT-Exzellenzgymnasiums. Darüber hinaus hat dieser zdi-Tag den jungen Schülern eindrucksvoll gezeigt, dass Lernen am SGR weit mehr sein kann als graue Theorie: Es bedeutet vor allem, mit Freude zu entdecken, zu experimentieren und den eigenen Fragen auf den Grund zu gehen.
Bild und Text: Claudia Spittel