Auch in diesem Jahr fand der deutsch-französische Schüleraustausch zwischen dem Städtischen Gymnasium Rheinbach und dem Lycée Mariette in den Monaten März und Mai statt. Der Austausch blickt auf eine langjährige Tradition zurück. In diesem Jahr begleiteten Herr Schäfer, Frau Bauer und auch Frau Przygode als Pensionärin und Mitbegründerin die insgesamt 35 deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler.

In Rheinbach wurden zunächst alle Schülerinnen und Schüler von Herrn Schwarzer, dem Schulleiter, und vom Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Herrn Raetz, offiziell empfangen. Danach nahmen die die franz. Schülerinnen und Schüler am Unterricht ihrer „corres“ teil. Es gab viele interessante Ausflüge, so z.B. nach Bonn in das Haus der Geschichte, nach Köln ins Museum und natürlich zum Dom, der immer wieder eine große Anziehungskraft hat. Bei der Turmbesteigung machten alle mit. Natürlich gab es auch viel Freizeit, „quartier libre“, für die Jugendlichen ein großes Vergnügen.

Abends fand eine super „Fête“ im Jugendzentrum der kath. Kirche unter Aufsicht der Lehrer/Innen statt. Sehr schnell wurde während der Woche in Rheinbach klar, dass die deutsch-französische Freundschaft allen Beteiligten am Herzen liegt. Tanzen und Lachen sowie schöne Aktivitäten in der Umgebung von Rheinbach halfen dabei. Mit großer Freude und Neugier warteten die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler auf den Rückaustausch in Boulogne-sur-Mer.

Boulogne liegt im Norden Frankreichs, am Ärmelkanal, besitzt den zweitgrößten Fischereihafen in Europa und bietet durch die wunderschöne Landschaft in der Umgebung etliches. Ein Dünenspaziergang zwischen den beiden Caps, „cap griz nez“ und „cap blanc nez“ mit Spielen und Picknick war einer der Höhepunkte dieser Reise. Es gab aber auch nachdenkliche Momente, z.B. bei der Besichtigung eines Bunkers, Teil der deutschen Befestigungsanlagen des Atlantikwalls aus dem 2. Weltkrieg. Hier wurde den Schülerinnen und Schülern sehr anschaulich der Wert des deutsch-französischen Austauschs und der Freundschaft für die Friedenssicherung in Europa bewusst.

In der gesamten Austauschwoche schien die Sonne und die Schülerinnen und Schüler trafen sich jeden Tag am Meer; die Sonnenuntergänge, einfach nur herrlich! In der französischen Schule arbeiteten alle zusammen in einem Projekt zum Schutz der Umwelt, „zero waste“. Die Franzosen interessieren sich zunehmend für Natur und Umwelt und die Schule hat auch einen eigenen Garten, in dem Kräuter, Gemüse sowie Blumen angebaut werden. Auch im „lycée Mariette“ gab es eine offizielle Begrüßung in der dortigen Schulkantine, mit Frühstück, kleinen Reden, Geschenken und viel guter Laune.

Das in Boulogne gelegene Meeresmuseum ist das beste und modernste Museum weit und breit. „Nausicaá“ ist schülergerecht und digitalisiert gestaltet. Auch dort gab es einen Workshop zum Thema Schutz des Meeres, „zoom sur la vie maritime“. Unter einem riesigen Mikroskop wurden winzige Meereslebewesen gezeigt. Das war sehr interessant. Ein Tagesausflug nach Lille, der Landeshauptstadt der Region, in strahlendem Sonnenschein, war ein weiterer Höhepunkt des Austauschprogramms. Natürlich auch hier ein großzügiges „quartier libre“ in der Innenstadt. So lernt man Land, Leute und Sprache kennen! Zum Schluss gab es eine Party in der Cafeteria des Gymnasiums mit typischen Leckereien, Musik und viel guter Laune. Die Schülerinnen und Schüler zeigten eine Videosequenz, die sie in Rheinbach und Boulogne eigenständig aufgenommen und zusammengeschnitten hatten; bezaubernde Bilder zeigten, dass man sich untereinander hervorragend versteht. Viele schrieben in das Reisetagebuch, „wir haben Freunde für’s Leben gefunden“!

Dementsprechend tränenreich war der Abschied. Gasteltern in Deutschland und Frankreich sorgten für das leibliche Wohl. Man kann einfach nur „danke“ und „merci“ sagen. Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrer können nach diesem wunderbaren Austausch mit gutem Gewissen sagen: „c’est un grand plaisir“ - ein großes Vergnügen! Beide Gymnasien wollen auch im kommenden Jahr 2020 den deutsch-französischen Schüleraustausch weiterführen. Viel Erfolg!

Doris Przygode
Gabi Bauer
Moritz Schäfer
und die Schülerinnen und Schüler der 9a, 9b, 9c und 9d