Corona-AbiturWir haben das „Corona-Abitur“!

12 Jahre lang haben die Abiturientinnen und Abiturienten auf den Augenblick gewartet, ihr Abiturzeugnis in den Händen halten zu können. Der Traumvorstellung von einer feierlichen Verabschiedung im großen Stadtheater im üblichen würdigen Rahmen und einem gemeinsamen Foto, bei dem alle auf Tuchfühlung auf der Schultreppe posierend stehen und dem Blitzlicht der Fotografen entgegenstrahlen, war bereits im Frühjahr vom COVID-19-Virus der Todesstoß versetzt worden. Sollte man nun das Abiturzeugnis am Schuljahresende anonym im Briefkasten vorfinden? Dieser grausigen Vorstellung sagten die 91 Abiturientinnen und Abiturienten den Kampf an und entschieden sich mit großer Mehrheit zu einer Abiturfeier in einem außergewöhnlichen Rahmen im Rheinbacher Autokino.


Schulleiter Stefan Schwarzer sprach nicht nur einen intensiven Dank den Eltern sowie dem Lehrerkollegium aus, sondern bedankte sich auch bei der ganzen Jahrgangsstufe 12, die in den acht Jahren ihrer Schulzeit am SGR die Schule in vielfältiger Weise, z.B. im Rahmen des außerunterrichtlichen Engagements in Arbeitsgemeinschaften oder bei Schulaufführungen, belebt habe. Ein weiterer Dank galt dem Schulträger, der Stadt Rheinbach, da das „gepflegte Schulgebäude und die gute technische Ausstattung die Grundlage für ein gutes Gelingen in dieser schwierigen Zeit gewesen ist“, so Schwarzer. Er bedankte sich mit einigen persönlichen Worten bei Bürgermeister Stefan Raetz für dessen stets intensive Unterstützung und die Zeit, die sich dieser auch bei vollem Terminkalender für Besuche der Veranstaltungen am SGR oder für das persönliche Gespräch genommen hat. - Die ungewöhnlichen Umstände, die veranlassten, dass die Abiturfeier an einem so ungewöhlichen Ort stattfand, inspirierten Stefan Schwarzer zu einem ungewöhnlichen Abschiedsgeschenk an die Abiturient*innen. Er trug ein Madrigal von Tino Bommelino mit einem selbstgedichteten, frohgelaunten Text namens „Corona-Abitur“ vor. Mit großem Applaus bedankten sich die jungen Leute für die großartig gelungene musikalische Geste des Musiklehrers, der die aktuelle Situation für die jungen Leute in treffende Worte verpackt hatte.

Bürgermeister Stefan Raetz hielt dieses Jahr seine letzte Rede zu einer Abiturfeier am Städtischen Gymnasium. „Es waren 25 normale Feiern und meine 26. Abiturrede halte ich nun in dieser tollen Location mit diesem herrlichen Ausblick auf euch festlich gekleideten jungen Leute, das könnt ihr noch euren Kindern und Enkelkindern erzählen“, freute sich Raetz. „Sehr Vieles hat sich in kurzer Zeit geändert, es gab keine Zeit, Probleme in den Blick zu nehmen, es mussten stattdessen Lösungen gesucht und gefunden werden. Es hat sich gezeigt, dass es dabei eigentlich keine Grenzen an Spontaneität und Kreativität gibt, und ich wünsche euch, dass ihr das auch weiter in die Tat umsetzt“, appellierte Raetz an seine jungen Zuhörer.
Letztens habe ich ein kleines Video auf WhatsApp gesehen, in dem die Lehrerin ihre Schüler fragte: „Welche sieben Weltwunder existieren für dich persönlich?“, erzählte Jahrgangsstufenleiter Gerd Hänschke zu Beginn seiner Rede . „Ich war doch sehr erstaunt als eine Schülerin erklärte, dass ihre persönlichen Weltwunder u.a. das Sehen, Hören, Lachen und das Lieben seien. Und das stimmt. Ihr schaut aus den Autos heraus sehr glücklich heraus und viele Strahlen. Nun haltet ihr gleich euer eigenes kleines Weltwunder, das Abitur, in den Händen.“ Hänschke führte den Schüler*innen die Wucht ihrer Entscheidungsmöglichkeiten für´s Leben vor Augen, da die Spannbreite der Möglickeiten u.a. vom „Aussteigerleben bis zum Karriereturbo“ reiche. „Aber, ich bin mir sicher, ihr findet euren Weg durch das Dickicht von Möglichkeiten und Chancen, die es heutzutage gibt. Der Corona-Virus wird nicht das letzte Hindernis sein, welches ihr überwinden müsst. Aber ihr kriegt das schon hin“, mit diesen Worten sprach Gerd Hänschke seinen jungen Zuhörern Mut zu und appellierte an ihren Optimismus.

Die Jahrgangsstufensprecher der Abiturient*innen Charlotte Hündgen, Jasper Coersmeier und Florian van de Pasch blickten realistisch auf das nun zurückliegende Schulleben zurück: „Es war nicht immer schön, aber es war abwechslungsreich und z.T. auch einzigartig, wenn wir z.B. Blödsinn machten oder auf der Kursfahrt klitschnass durch die Berge Irlands wanderten.“

 

 


Der Abiturjahrgang 2020

A – E: Jacqueline Adams, Jasmin Bäcker, Felix Blachmann, Charlotte Bockhorst, Fabian Böttger, Phillip Bogapov, Oleksandra Boldareva, Amin Boyaala, Lea Bruch, Lotta Bues, Eva Buske, Jasper Coersmeier, Edmond-Harold Costan, Lisa Draber, Julia Escher

F – H: Finnian Faust, Mats Frähmke, Greta Frey, Istvan Grahl, Abdulkadir Hag Rabee, Kara Elena, Hahn, Jan Olaf Halve, Rebekka Hensel, Sophie Heyder, Charlotte Hündgen, Evelyn Isaak

J – L: Elias Janke, Jiri Jaschob, Lars Jonen, Ole Jürgensen, Maximilian Kaminski, Carina Kaul, 
Valentin Kiefer, Simon Kleefuß, Peter Krahé, Melanie Kruse, Johanna Langtim, Madita Lanters, Yannick Leif, Nicolas Lugauer

M – 0: Henri Maiworm, Niklas Malcher, Lea Mertens, Annika Messner, Yara Tabea Mnich, Mia Müller, Felipe Murciano, Janik Nagel, Hannah Nemitz, Thea-Franziska Neuschäffer, Lukas Nickchen, Ben Nowacki, Davis Nnamdi Nwokedi, Fabian Ohm, Finn Ohrem, Jana Oswald-Hennemann

P ­– R: Robin Padberg, Sebastian Papenfuß, Norick Peters, Emily Pietsch, Niklas Pöppel, Nadja Pötter, Allister Prüßmann, Simone Ramakers, Jan Röseling, Borna Roohani, Lena Ruberg

S: Lea Sauer, David Schäfer, Nils Schäfer, Paul Schenkel, Lina Schimmang, Berit Schneider, Sven Schonauer, Leah Schröder, Nils Schüller, Tim Schürig, Leon Sinß, Charlotte Stange, Anna Stanke, Justin Steckelbroeck, Arne Steinmetz

T – Z: Lena Temme, Florian van de Pasch, Jonas Völkering, Paulina von Scheven, Amy Voß, Michel Wagner, Philip Werth, Lucas Wölk, Tom Zufall 

 

Text: Claudia Spittel | Foto: Eich